Sonnenhaus mit ansprechender Architektur am Waldrand in Klaus

Eugenie Sözeri-Rohrer lebt mit ihrem Mann seit gut zweieinhalb Jahren im neuen Heim. Die Lebensqualität für die beiden ist äußerst hoch, wie ein Besuch am Bruderhof 55 keine Zweifel offen lässt. Offenes Wohnen, viel Licht und eine stilvolle Einrichtung versprühen Charme – und das nicht zu knapp.

Sonnenhaus

Es handelt sich um ein sehr flächensparendes, kompaktes und situationsgerechtes Einfamilienhaus. Ein angemessener Maßstab in Größe und Proportion und die Einfachheit des Baukörpers sollten dafür sorgen, dass sich der Neubaukörper sehr einfühlsam und nachhaltig in die bestehende Landschaft eingliedert. „Ziel war es, den natürlichen Hangverlauf so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

CO2 neutral mit Sonne und Holzwärme

Am Waldrand der Gemeinde Klaus befindet sich das Haus von Familie Sözeri, das diese seit gut zweieinhalb Jahren bewohnt. Sonnenseitig situiert, erhebt es sich über der Nebelgrenze des Rheintals. Idyllisch am Waldrand gelegen, punktet das Projekt zudem mit einem ausgefeilten CO2 neutralen Energiekonzept. Oder besser gesagt ein innovatives Sonnenhaus.

Sonnenhaus

Das ungewöhnliche und neuartige Energiekonzept zum Klimaschutz!

Um das Energiekonzept umzusetzen, wurden mehrere relevante Punkte zusätzlich berücksichtigt, erläutert Gebhard Keckeis: Große Fensteröffnungen Richtung Süden und Westen, sie bringen das gewünschte und benötigte natürliche Licht ins Rauminnere. Fensteröffnungen auf den sonnenabgewendeten Fassaden wurden so klein wie möglich gehalten. Der Speicherofen aus Stampflehm mit Absorbertechnik als Ganzhausheizung ist so platziert, dass dieser mittig der Wohnfläche angenehme Strahlungswärme abgeben kann. Betondecken und deren Massen werden für die Solar-Betonkernaktivierung verwendet. Dadurch kann die klassische Fußbodenheizung wegfallen und der Technikraum auf ein Minimum reduziert werden. Eine hochwärmegedämmte Hülle packt den gesamten Massiv-Baukörper ein und schafft eine äußerst ökonomische und nachhaltige Lösung.

In Zahlen ausgedrückt

Das Konzept vereint eine kleine Solaranlage mit einer Bauteilheizung, kombiniert mit einem kleinen Wasserspeicher und einer Biomasseheizung. Bei der Haustechnik wurde auch ganz gezielt und bewusst Wert auf Einfachheit gelegt, um Verluste zu reduzieren und Energie-Effizienz steigern zu können. Dieses einfache und ressourcenschonende Energiekonzept entwickelte sich daher auf eine ungewöhnliche Energieeffizienzklasse von 4/70+ zum höchsten Energieniveau. Das neue und freiwillige Energieziel nennt sich nun, dass sich das Einfamilienhaus in den vier Winter-Monaten (von Mitte November bis Mitte März) mit der einfachen 15m² Solaranlage bis über 70% über den Beton und kleinem Wasserspeicher selbst beheizt. Die übrigen acht Monate über den Sommer, sind mit über 100% solarer Deckung sowieso inklusive und daher auch bedeutungslos. Der Schlüssel ist, dass die Wärme aus den Kollektoren über Trägerflüssigkeit auf direktem Wege über ein geeignetes Programm dem jeweiligen Wärmespeicher möglichst ohne Verluste zugeführt wird“. Der gesamte Strom-bedarf wird ebenfalls durch eine PV zu 100% mit Netzeinspeisung selbst produziert. Eine Datenerfassung (Monitoring) wurde für die Nachvollziehbarkeit ebenfalls eingerichtet.

Sonnenhaus

Hier finden Sie noch einen Artikel des Fachbeirats zu diesem Sonnenhaus Artikel desFfachbeirats PHmagVBG 2015